Zum Auftakt der Buchwoche: Ein Kochbuchstöckchen

Ab morgen ist Buchwoche. Vom 11. bis zum 17. November heißt es: Jeden Tag ein Buch. So lautet zumindest der Titel der Blogger-Themenwoche, in der (Food-)Blogger und -Bloggerinnen bereits zum zweiten mal täglich Genussbücher vorstellen. Nicht jede und jeder muss wirklich jeden Tag ein Buch vorstellen, und ich kann jetzt schon versprechen, dass ich definitiv nicht auf sieben kommen werde. Aber auch in diesem Blog wird sich ab Montag alles um Bücher drehen. Mal sehen, auf wie viele ich komme …

Um Euch und mich aber jetzt schon auf diese Woche voller kulinarischer Rezensionen einzustimmen, habe ich beschlossen, ein Buchstöckchen etwas umzuschnitzen, das mir vor einiger Zeit zugeworfen wurde.

Stöckchen? Schnitzen?

Keine Angst, bei Schmeckt nach mehr werden Messer auch weiterhin nur in der Küche zum Einsatz kommen. Unter „Stöckchen“ versteht man Listen von Fragen, die sich eine Bloggerin oder ein Blogger ausdenkt und dann zum Beantworten wie einen Staffelstab an die nächsten Blogger weiterreicht. In diesem Fall war es Wibke Ladwig von Sinn und Verstand, die ein paar Fragen zu Büchern und Lesen zusammengestellt hat, die schnell die Runde machten.

Mir wurde dieses „Buchstöckchen“ schon vor längerer Zeit von Alice vom SlowLifeLab zugeworfen. Da es aber hier in erster Linie ums Kochen und Essen gehen soll, habe ich Wibke Ladwig kurz gefragt, ob ich ihr Buchstöckchen zum Auftakt der Buchwoche in ein Kochbuchstöckchen umschnitzen darf. Und sie hatte nichts dagegen. Hier kommen sie also, die leicht veränderten Fragen mit meinen Antworten:

Kochbuchstapel

Durch welches Kochbuch (welche Kochbücher) blätterst Du momentan am häufigsten?

Natürlich liegen bei mir die jüngsten Anschaffungen ganz oben auf den diversen Kochbuchstapeln, und dort schaue ich auch am häufigsten hinein. Das ist zum einen Stevan Pauls Deutschland vegetarisch*: Ich habe Stevan Paul und Herausgeberin Katharina Seiser bei der Buchvorstellung in Hamburg erlebt und durfte dort auch bereits einige Gerichte aus dem Buch kosten. Seitdem blättere ich in dem Buch, schmökere in den kleinen Vortexten und überlege mir, was ich demnächst kochen möchte. Da ich aber extrem selten nach Rezepten koche, bin ich bisher noch nicht dazu gekommen, wirklich eines der Rezepte auszuprobieren.

Noch weiter oben auf dem Stapel (da noch neuer) liegt Fuchsia Dunlops Every Grain of Rice*, das ich mir aus London mitgebracht habe. In dem Kochbuch geht es um die hier fast unbekannte Alltagsküche Chinas, deren Basis Gemüse ist, während Fleisch und Fisch vor allem als Würzmittel eingesetzt werden. Seit einiger Zeit ist mein Interesse an chinesischer Küche neu erwacht, und das Prinzip, aus Gemüse mit gekonnter Würze sehr schnell ein tolles Gericht zu kochen, gefällt mir sehr. Daher kleben schon eine Menge Merkzettelchen in dem Buch.

Und drittens habe ich mir vor Kurzem Pişmek. Kochen auf Türkisch* von Leanne Kitchen bestellt, in dem die Autorin (ähnlich wie Dunlop es in ihrem Buch über die chinesische Küche tut) eine Vielfalt der kulinarischen Traditionen der Türkei zeigt, die bei uns fast unbekannt sind. Auch darin habe ich bereits viel geschmökert, bisher aber noch nichts gekocht.

Warum diese(s)? Was magst Du daran?

Ich glaube, der gemeinsame Nenner der drei Bücher (und das gilt für viele in meinem Kochbuchregal) wird schnell deutlich: Da ich Kochbücher noch lieber lese, als daraus zu kochen, mag ich solche, die eben etwas zum Lesen bieten. Entweder erlauben sie es mir, in ein Land und seine kulinarischen Kulturen einzutauchen, oder sie erzählen ganz persönliche Geschichten vom Kochen und Essen. Bei den drei genannten Titeln kommt hinzu, dass ich sie allesamt gerne in die Hand nehme und aufschlage, denn sie haben eine schöne Ausstattung (Hardcover, Lesebändchen) und teilweise großartige Fotos.

Welches war Dein erstes Kochbuch? Kannst Du Dich erinnern, etwas daraus gekocht zu haben?

Hihi, mein erstes eigenes Kochbuch steht im krassen Kontrast zu allem gerade Gesagten: Ich habe mir nämlich, kurz bevor ich zum Studium zu Hause ausgezogen bin, das Dr. Oetker Schulkochbuch gewünscht; damals noch mit den legendären gefüllten Paprikaschoten auf dem Cover. Das besaß nichts von dem, was ich heute an einem Kochbuch schätze (und auch damals schon schätzte; zum Kochbuchlesen bin ich immer an das Regal meiner Mutter gegangen): Dort gab es klare Anweisungen statt persönlicher Atmosphäre, jedes überflüssige Wort wird vermieden, und weder die schematischen Zeichnungen der Fleischschnitte noch die nüchternen Fotos regen zu Genusslust oder gar Kreativität ein.

Trotzdem habe ich immer wieder hineingeschaut ‒ und nicht nur auf die Fleischschnittzeichnungen. Die am häufigsten aufgeschlagene Seite ist vermutlich die mit den … Kochzeiten für Eier. Ähem. Ja, es stimmt: Während ich furchtlos mit indischen Gewürzen, selbst gemachten Nudeln und 80-Grad-Braten hantiert habe, musste ich gleichzeitig immer wieder im Schulkochbuch nachschlagen, um zu erfahren, wie man so ein verdammtes Ei jetzt wachsweich kriegt.

Gibt es ein Rezept (ob aus einem Buch oder nicht), das Du so oft gekocht/gebacken hast, dass es zu so etwas wie Deinem Markenzeichen wurde?

Während meiner Studienzeit habe ich sehr häufig und in studentenwohnheimstauglichen Mengen Zimtschnecken gebacken. Das Rezept für diese schwedischen Kanelbullar hatte meine Mutter irgendwann von einer schwedenbegeisterten Nachbarin bekommen. Es gehörte zu den unverzichtbaren Rezepten, die ich mir vor dem Auszug auf Karteikarten notierte. Ich besitze die Karte immer noch und backe die Schnecken auch immer noch hin und wieder, aber nicht mehr so häufig, dass Freunde noch wie damals von „meinen Hefeschnecken“ sprechen würden. „Sabine, machst du mal wieder deine Hefeschnecken?“, das habe ich schon lange nicht mehr gehört. Eigentlich schade. Vielleicht sollte ich mal wieder … (Immerhin hat es das Rezept bereits in einer herzhaften Abwandlung in dieses Blog geschafft.)

Von welchem Kochbuchautor/welcher Kochbuchautorin würdest Du Dich gerne mal zu einem geselligen Abendessen einladen und bekochen lassen?

Lange, lange hätte ich vermutlich Nigel Slater genannt: Ich liebe seinen Plauderton, und seine Rezepte entsprechen meinem eigenen Kochstil ziemlich perfekt. Jetzt denke ich allerdings: Warum nicht lieber jemanden wählen, bei dem ich eher ein paar Überraschungen erwarten darf? Daher würde ich mir jetzt Fuchsia Dunlop wünschen, die Autorin des oben genannten Every Grain of Rice, Chinakennerin und in China ausgebildete Köchin. Sie hätte sicher Spannendes zu erzählen (und zu servieren).

Welche drei Kochbücher möchtest Du nie mehr hergeben?

Erstens: Nigel Slaters Tender*, also das seiner Bücher, in dem Gemüse im Mittelpunkt steht. Von Aubergine bis Zucchini berichtet Nigel Slater von seinen Anbauerfahrungen im eigenen Garten und kombiniert das nicht nur mit Rezepten, sondern auch mit ziemlich vielen Ideen für ideale Zutatenpartnerschaften und Zubereitungsmethoden. Das ist ein Buch, in das ich immer wieder hineinschaue, um Ideen zu bekommen.

Zweitens: Mezze ‒ ein Genuss von Bettina Matthaei und Mohamad Salameh (inzwischen unter dem Titel Mezze. Ein magischer Genuss* zum Glück neu aufgelegt). Ich liebe die arabische, insbesondere die syrisch-libanesische Küche, und wenn ich ein Rezept für einen der Mezze-Klassiker suche, dann schaue ich als Erstes in dieses Buch. Auf Bettina Matthaeis Fingerspitzengefühl beim Würzen kann man sich einfach verlassen.

Drittens: Ich hoffe, es ist erlaubt, ein eigenes Buch zu erwähnen! Schließlich nenne ich Küchenschätze. Rezepte für die Seele wegen der Rezepte, und die sind nicht von mir, sondern von Anne-Katrin Weber ‒ also nix mit Eigenlob oder so. Und da das Buch vergriffen ist, verdiene ich auch nix daran, wenn ich hier Werbung dafür mache, selbst wenn es jemandem gelingt, es noch antiquarisch zu bekommen. Dass ich es überhaupt mal in eine solche Best-of-Liste aufnehmen würde, hätte ich vor Erscheinen des Buches selbst am wenigsten geglaubt (obwohl ich das Projekt sehr geliebt habe). Aber ich dachte: Alle traditionellen Rezepte von Knödeln über Bratheringe bis zu Dampfnudeln, die darin versammelt sind, habe ich längst mehrfach in anderen Kochbüchern. Stimmt auch. Aber eben nicht alle beisammen. Außerdem verlasse ich mich blind auf Anne-Katrins Mengenangaben. Nicht zuletzt ist das Buch unersetzlich geworden, wenn einmal M. die Küche übernimmt. Wenn er mich nach einem Rezept für, sagen wir: Zwiebelkuchen fragt, brauche ich einfach nur zu antworten: „Schau in die Küchenschätze!“ Klappt immer.

Wer soll diese Fragen als Nächstes beantworten?

Natürlich darf sich jede und jeder, die/der mag, dieses Stöckchen nehmen und weitertragen. Besonders interessieren würden mich aber die Antworten von Susanne vom Magentratzerl und von Kochpoetin Eva, deshalb werfe ich ihnen das Stöckchen hiermit zu.

Ach ja: Jeder darf, keiner muss. Man kann ein zugeworfenes Stöckchen auch einfach liegen lassen. Falls Ihr dieses Stöckchen durch andere soziale Medien weitertragt, verwendet doch den Hashtag #kochbuchstöckchen. Und wenn Ihr beim Beantworten auf diesen Beitrag verlinkt oder einen Kommentar hier hinterlasst, dann sammle ich alle Beiträge hier für alle zum Nachlesen.

Hier kommen die Fragen noch mal in kopierbarer Form:

Durch welches Kochbuch/welche Kochbücher blätterst Du momentan am häufigsten?

Warum diese(s)? Was magst Du daran?

Welches war Dein erstes Kochbuch? Kannst Du Dich erinnern, etwas daraus gekocht zu haben?

Gibt es ein Rezept (ob aus einem Buch oder nicht), das Du so oft gekocht/gebacken hast, dass es zu so etwas wie Deinem Markenzeichen wurde?

Von welchem Kochbuchautor/welcher Kochbuchautorin würdest Du Dich gerne mal zu einem geselligen Abendessen einladen und bekochen lassen?

Welche drei Kochbücher möchtest Du nie mehr hergeben?

Wer soll diese Fragen als Nächstes beantworten?

Nachtrag
Folgende Blogger/-innen haben das Stöckchen aufgehoben:

 

10 Gedanken zu “Zum Auftakt der Buchwoche: Ein Kochbuchstöckchen

  1. Susanne

    Oho…ein Stöckchen :-) Ist es schlimm, wenn ich es diese Woche nicht schaffe? ;-)
    Ich denke mir was aus, schließlich habe ich auch Deinen Einblick gerne gelesen. Und „Every grain of Rice“ steht auf meiner Liste auch ganz weit oben – Fuchsia Dunlop ist nicht zu toppen! Es gibt übrigens auch eine autobiographische Erzählung von ihr, in dem sie von ihren Erlebnissen in China und den Reisen erzählt, die sie für ihre Kochbücher unternommen hat. Es heißt „Shark’s Fin and Sichuan Pepper“

  2. Eva

    Oups, ein Stöckchen… ich weiß, wie Susanne, ebenfalls nicht, ob ich diese Woche dazu kommen werde, aber ich nehme es gern auf! Fuchsia Dunlop kenne ich nicht, aber das, was du über das Buch schreibst, klingt auch für mich sehr interessant! Pismek sagte mir nicht viel, aber ich koche auch lieber aus Kochbüchern als dass ich sie „lese“ und auf Deutschland, vegetarisch bin ich sehr gespannt. Vielen Dank für deinen Einblick!

  3. Sabine Schlimm Artikel Autor

    Liebe Susanne, liebe Eva,

    ein Stöckchen hat kein Verfallsdatum! ;-) Ich habe es Euch zwar rübergeworfen, aber wenn Ihr es eine Weile (oder sogar überhaupt) liegen lasst, ist das Euer gutes Recht. Ich freue mich ja schon ziemlich, dass Ihr überhaupt Lust habt!
    @Susanne: „Shark’s Fin“ habe ich mir gerade gestern auf meinen Wunschzettel gesetzt. ;-)
    Einen guten Start in die Woche wünsche ich Euch
    Sabine

  4. ninive

    Dies „Stöckchen“ habe ich sehr gern gelesen, genauso geht es mir dass ein Kochbuch das Spaß macht zu lesen bei mir punktet- selbst wenn ich garnix draus koche oder backe (Backbücher stehen bei mir noch höher im Kurs als Kochbücher) .

  5. Pingback: Aufgefangen: das Kochbuchstöckchen | Kochpoetin – In jedem Gericht ein Gedicht

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