Spätzle, Speck und trübe Tage

Es gibt Tage, an denen reichen Teigwaren und Käse allein nicht aus. Ich hatte grad so einen. Arbeitsstress, Computerzicken  ‒ der übliche Nervkram. Und dann die Nachricht: „Da ist ein Fehler in eurem Buch.“

Speck-Käse-Spätzle (Mittel)

Bamm. Mitten in den Magen. Ein Fehler in Seelenfutter, dem Buch, über das ich mich so gefreut hatte? Ja, leider nur allzu wahr: Ausgerechnet im Käsespätzle-Rezept, das den Leuten vom Cover entgegenleuchtet, stimmt die Wassermenge nicht. Keine Ahnung, wie das passieren konnte: ein Vertipper, ein Verrechner (wir haben ja alle Rezepte für zwei statt für die sonst üblichen vier Personen ausgelegt) ‒ ich weiß es nicht. Jetzt ist er jedenfalls tausendfach gedruckt, der Fehler.

Abends habe ich mich hingestellt und Spätzleteig gemacht, um die korrekte Wassermenge noch mal auszutesten. Mit 100–110 ml Wasser wird die Konsistenz so, wie sie sein soll:

Also gab’s bei uns Spätzle. Einen Rest Käse hatte ich zum Glück noch im Kühlschrank, ein paar Zwiebeln in der Speisekammer. Aber an diesem Tag mussten größere Geschütze aufgefahren werden.

Speck (Mittel)

Gerade am Wochenende hatte ich mir auf dem Markt bei Biometzger Nr. 1 (der immer direkt neben Biometzger Nr. 2 steht) ein Stück durchwachsenen Speck gekauft. Gedacht war er eigentlich für Birnen, Bohnen und Speck. Aber ab dem Herbst habe ich ohnehin gerne ein Stückchen Speck in der Speisekammer hängen. Hin und wieder schneide ich mir ein kleines Stückchen herunter; der Rest hängt luftig und wird mit der Zeit immer trockener, was aber dem Aroma keinen Abbruch tut.

So wurden aus den Käsespätzle Käsespätzle mit Speck, um den Frust zu behandeln. Harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen. Ein kleines bisschen hat es geholfen, und zumindest hier im Blog kann ich jetzt das korrekte Spätzle-Grundrezept angeben. Und wenn Speck-Käsespätzle kein Seelenfutter sind, dann weiß ich es auch nicht.

Allen, die sich an dem Rezept im Buch versucht haben und mit einem viel zu dünnen Teig dastanden, sage ich: Es tut mir wirklich leid! Gebt dem Buch noch eine Chance und probiert ein anderes Rezept aus (der geschmorte Ochsenschwanz mit Schokolade war zum Beispiel sehr, sehr lecker). Und zumindest lassen sich aus zu dünnem Spätzleteig immer noch Pfannkuchen backen. Zur Not mit Speck.

Grundrezept Spätzle
Quelle: 
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
Portionen: 2
 
Zutaten
  • 300 g Weizenmehl (Type 405)
  • ½ TL Salz
  • 4 Eier (Größe M)
  • 100 ml Wasser
Anleitung
  1. In einer Schüssel das Mehl mit Salz, Eiern und Wasser verrühren, sodass ein zäher, glatter Teig entsteht. Falls nötig, noch 1‒2 EL Wasser zugeben. Den Teig 15 Min. ruhen lassen.
  2. In einem großen Topf reichlich Salzwasser aufkochen. Den Teig portionsweise durch eine Spätzlepresse ins kochende Wasser geben. Sobald sie an die Oberfläche steigen, die Spätzle mit einem Schaumlöffel herausnehmen und in einem Sieb abtropfen lassen.
Anmerkungen
Für Käse-Speck-Spätzle 150 g würzigen Käse reiben. 50 g durchwachsenen Speck ohne Schwarte würfeln und in einer Pfanne knusprig auslassen. 150 g Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden und im Speckfett bei schwacher Hitze glasig dünsten. Die fertigen Spätzle mit dem Käse hineingeben, alles untermischen, wenig salzen und kräftig pfeffern. Sobald der Käse geschmolzen ist: essen!
Für Käse-Speck-Spätzle beträgt die Zubereitungszeit ca. 40 Min.

Natürlich sieht das netter aus, wenn man es mit Schnittlauchröllchen oder Petersilie bestreut oder extra noch Zwiebelringe bemehlt und in Öl knusprig braun ausbäckt. Aber ehrlich: An Speck-Käsespätzle-Tagen kann ich darauf gut verzichten.

 

 

17 Gedanken zu “Spätzle, Speck und trübe Tage

  1. Fiona

    Liebe Sabine,
    seit meinem 12. Lebensjahr koche ich regelmäßig Spätzle und ich behaupte, darin recht fit und fix zu sein. Aber in 15 Minuten schaffe selbst ich es nicht, Kässpätzle auf den Tisch zu bringen. Gib den Leuten eine Chance: Geübte schaffen Kässpätzle in 25-30 Minuten. Dann muss aber alles gut vorbereitet, der Ofen warm und der Käse gerieben sein.
    Speck zu den Kässpätzle zu reichen ist dagegen Völlerei, aber bestimmt lecker. Allerdings widerspricht der Speck den ursprünglichen Gedanken eine preiswerte, sättigende Speise zuzubereiten, die die ganze Familie satt und zufrieden macht.
    Herzlichst
    Fiona

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Danke für die Tipps vom Spätzleprofi! Aber meine Angabe von 15 Min. bezieht sich auf das Grundrezept Spätzle – und Du musst bedenken, dass wir hier von 2 Portionen sprechen. Ehrlich, die 15 Minuten sind mit der echten Uhr gemessen. Aber ich setze zum Rezept dazu, dass natürlich die Weiterentwicklung zu Käsespätzle mit oder ohne Speck noch ihre Zeit dauert. Und zum Speck: der ist selbst in Bio-Version preiswerter als der Käse, vor allem, wenn man nur solchen Kleinstmengen benutzt – ist ja mehr zum Aromatisieren gedacht.

  2. Eva

    Einen großen Becher Mitleid für dich! Spätzle sind auf jeden Fall – wie alle Teigwaren – ein riesiger Seelentröster! Und hey, Fehler passieren allen, wir sind doch Menschen! Mach‘ dir nichts draus. ich würde deinem Buch auf jeden Fall eine zweite Chance geben. :-)
    Ochsenschwanz mit Schokolade klingt vielversprechend!

  3. Maria

    Liebe Sabine,

    Fehler sind immer ärgerlich, aber wäre ja auch langweilig, wenn alles immer perfekt wäre! Ich komme ursprünglich aus Norddeutschland, bin da demnächst wieder zu Besuch und werde Dein Rezept dann nachkochen – denn Spätzle sind dort ziemlich ungewöhnlich. Aber ich habe Sie mittlerweile hier im Süden lieben gelernt :)

    Viele Grüße,
    Maria

  4. Irina

    Liebe Sabine,

    auch wenn es schwer ist: nicht ärgern. So gut wie in jedem Buch gibt es doch Fehler. Und meistens springen sie einem direkt ins Gesicht sobald man es fertig gedruckt in den Händen hält.
    Euer schönes Buch ist bei mir kürzlich angekommen und wird rezensiert. Zwei Rezepte sind schon nachgekocht und haben funktioniert ;) Danke, dass Du auf den Fehler hingewiesen hast. Dann kann ich das bei meiner Rezension gleich mit richtig stellen und auch auf Deinen Blog verlinken.

    Herzliche Grüße,
    Irina

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Liebe Irina, danke – zum einen für das Verständnis, zum anderen natürlich für das Lob zum Buch! Ich bin gespannt auf die Rezension. Und werde jetzt erst mal ein bisschen in deinem Blog rumlesen. ;-)

  5. Annette

    Hallo Sabine,
    über kleine virtuelle Umwege bin ich hier gelandet und freue mich – über die süße Kindheitserinnerung im „Kopf“ Deines Blogs genauso über den so lesens- wie nachkochenswerten Inhalt. Hier werde ich ab jetzt öfters meiner Mouse erlauben kulinarisch zu landen…
    Und das mit dem Fehler: In jedem längeren oder auch kürzeren gedruckten Werk ist er irgendwo drin – und meistens sogar an entscheidendener Stelle. Das ist einfach so, trotz milliardenfachen Korrekturlesens von 1001 Stelle, Rückwärtslesens, laut Vorlesens…
    Du kennst ihn jetzt, DEN einen, DEN ärgerlichen Fehler. Damit kannst Du erleichtert aufatmen. ER ist enttarnt. Was bleibt: Freude über ein gelungenes Buch;-)
    Herzliche Grüße, Annette

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Hallo Annette, danke für die netten Worte! Hoffen wir wirklich, dass es der einzige Fehler im Buch bleibt … oder dass es sich so rasant verkauft, dass er schon bald in einer Nachauflage korrigiert werden kann. ;-) Ich freue mich, dass du hergefunden hast – und dass dir mein Header gefällt! Der ist nämlich durchaus umstritten … und selbst ich mag ihn langsam nicht mehr sehen, den Gummikringel; als hätte ich mich daran übergessen. Aber wenn ich ihn irgendwann ersetze, ist es schön zu wissen, dass er zumindest einen Fan hatte!

  6. Pingback: “Seelenfutter” – Rezension | lecker macht laune

  7. Steffi Brasch

    Liebe Sabine,
    über facebook (ein Rezept auf Ankerkraut) bin ich eben gerade auf deinem Blog sanft gelandet :-) .
    Dein Buch „Seelenfutter“ habe ich mir am 15.12. für meine „kleine“ Kochbuch-Sammlung gekauft. Auch ich liebe Kochbücher – das sind Bücher für die Seele!!! Seelenfutter gefällt mir sehr, sehr gut! Den kleinen Fehler verzeihe ich dir gerne :-).
    Backschätze habe ich auch schon. Schade, dass es Küchenschätze z. Zt. nur gebaucht oder recht teuer gibt. Wird das Buch noch mal aufgelegt??
    Vor ein paar Tagen habe ich meine liebe Schwester an Weihnachten mit „Seelenfutter“ überrascht. Sie hat sich riesig gefreut.
    Freue mich schon auf dein nächstes Baby.
    Ich wünsche dir für 2014 alles Gute.
    Liebe Grüße aus Bad Orb
    Steffi Brach

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Hallo Steffi, vielen, vielen Dank für diese netten Worte! Ich freue mich riesig, dass Dir die Bücher gut gefallen!! Ob die Küchenschätze noch einmal aufgelegt werden, kann ich Dir leider nicht sagen. Aber Daumendrücken hilft vielleicht. ;-) Dafür kann ich versprechen, dass es 2014 definitiv ein „nächstes Baby“ gibt. Ich stehe schon dafür in der Küche. Auch Dir alles Gute für das kommende Jahr! Sabine

  8. Siegfried

    Ach beim Grundrezept für Spätzle kann man doch gar keine Fehler machen, der wird höchstens mal zu dünn oder zu dick und dann gibt man eben Mehl oder Wasser dazu und schon passt es wieder.
    Ich koche am Tag bis zu 100 Portionen Spätzle und behaupte manchmal will das Mehl doppelt so viel Wasser wie an anderen Tagen. Auf Messen koche ich übrigens immer Dein Spätzlepfanne-Rezept seit ca 15 Jahren und lasse dies probieren und 99,99999 % sind davon begeistert. Ich gebe allerdings immer noch etwas Fleisch oder Gemüse Suppe darüber das gibt einen noch besseren Geschmack und die Spätzle werden nicht zu trocken.

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Na ja, dieser Teig war im Original eher Mehlsuppe. Den Tipp mit der Brühe kannte ich noch nicht (bei mir wurde bisher aber auch nichts trocken). Danke! Die Links habe ich trotzdem rausgenommen – das roch zu arg nach Werbung …

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