Resteverwertung Hühnerbrühe 1: Fruchtiger Geflügelsalat

Hatschi! Na, immerhin habe ich die diesjährige fette Erkältung bis in dem November hinauszögern können, auch wenn sie mich dann doch erwischt hat. Vorletzte Woche, als es schon in der Nase kribbelte und die Füße trotz dicker Socken dauerfröstelten, habe ich als letzte Abwehrmaßnahme Hühnerbrühe gekocht. Wie man das halt so macht, wegen Zink und Wärme und überhaupt, weil es sich so richtig anfühlt. Nicht, dass es geholfen hätte – aber geschmeckt hat es.

Küchentuch "Koche gut"

Und es hat mich auf die Idee gebracht, euch mal zu zeigen, was ich aus den Resten vom Suppenfeste noch so angestellt habe. Denn Hühnerbrühe ist bei mir immer eine Geschichte mit mehreren Fortsetzungen. So viel Fleisch, wie selbst das älteste Suppenhuhn noch liefert, kann ja kein Mensch in der Suppe essen. Also, ich jedenfalls nicht. Außerdem hatte ich diesmal für die Brühe nicht nur besagtes Suppenhuhn verwendet, sondern zusätzlich ca. 600 g Hähnchenflügel. Schließlich wollte ich, dass die Suppe kräftig wird – wegen der nahenden Erkältung.

Nachdem die Brühe fertig war und ich stundenlang Fleisch von Knochen gefieselt hatte, behielt ich 712 Gramm ausgelöstes Fleisch übrig. Zur Ausbeute gehörte zudem ein kleines Schälchen Hühnerfett, das ich einfach von der Oberfläche abschöpfen konnte, nachdem die Brühe über Nacht auf dem Balkon kalt werden durfte. Dieses Hühnerfett steht immer noch zum Teil im Kühlschrank, um als Bratfett für Bratkartoffeln herzuhalten.

Das Fleisch habe ich in drei Portionen geteilt. Ungefähr ein Drittel ist in die Hühnersuppe gewandert, ein Drittel in ein Jambalaya (Reis-mit-allem-Pfanne in der Version der amerikanischen Cajun-Küche), und aus dem letzten Drittel habe ich einen ganz klassischen Geflügelsalat gemacht.

Den mag ich nämlich, und zwar ganz klassisch, inklusive Mandarinen und allem drum und dran. Sofern er nicht im Plastiktöpfchen daherkommt und im Supermarkt-Kühlregal gewohnt hat. Nicht nur, weil in diesen Packungen gefühlt hauptsächlich Mayonnaise enthalten ist, sondern vor allem, weil mir der Gedanke an die Herkunft des Hühnchenfleischs darin schon den Appetit verdirbt.

Huhn

Mein Vogel war ein Bio-Suppenhuhn, was auch kein Leben im Paradies, aber immerhin ein Mindestmaß an tiergerechter Haltung garantiert. Meine Mayonnaise mache ich innerhalb von dreißig Sekunden mit dem Pürierstab selber. Und der Geflügelsalat schmeckte wunderbar: auf dem sonntäglichen Brötchen genauso wie als kleines Abendessen zu Bratkartoffeln (in Hühnerfett gebraten).

Gefluegelsalat

 

Fruchtiger Geflügelsalat
Quelle: 
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
Portionen: 4
 
Zutaten
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1 Mandarine
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1½ EL Mayonnaise (selbst gemacht oder aus dem Glas)
  • 1 EL Naturjoghurt
  • Salz | frisch gemahlener weißer Pfeffer
  • ½ säuerlicher Apfel
  • 250 g gegartes, klein geschnittenes Hühnerfleisch
Anleitung
  1. Den Sellerie waschen, falls nötig entfädeln und fein würfeln. Die Mandarine schälen und in die Segmente teilen. Jedes Segment an der spitzen Längsseite aufschneiden und die Haut abziehen, so gut es geht. Die Segmente zerfallen dabei; das ist nicht schlimm.
  2. Die Zitrone heiß waschen und abtrocknen. Mit einem Zestenreißer ein Viertel der Schale in dünnen Streifen abziehen. Wer keinen Zestenreißer hat: einfach einen Streifen Schale möglichst dünn mit dem Sparschäler abschälen und mit dem Messer in sehr feine Streifen schneiden. Die Hälfte der Zitrone auspressen.
  3. Mayonnaise und Joghurt verrühren, mit 1–2 EL Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzig abschmecken. Nicht zu zaghaft sein: Das Dressing würzt das relativ ungewürzte Hühnerfleisch!
  4. Die Apfelhälfte waschen, halbieren, das Kerngehäuse entfernen und die Apfelviertel in feine Scheibchen schneiden. Sofort mit Sellerie, Mandarine, Zitronenzesten, Hühnerfleisch und Dressing mischen.
  5. Der Hühnersalat gewinnt deutlich, wenn er noch eine Stunde im Kühlschrank durchziehen kann.

In den nächsten Tagen folgen hier das Rezept für Jambalaya und für einen schnellen Brotaufstrich (oder Dip) aus einem Teil des gegarten Suppengemüses. Und natürlich interessiert mich: Was fangt ihr denn mit dem gegarten Hühnerfleisch an, das beim Brühekochen anfällt? Hühnerfrikassee? (Mach ich auch manchmal.) Oder ganz was anderes?

3 Gedanken zu “Resteverwertung Hühnerbrühe 1: Fruchtiger Geflügelsalat

  1. Elvira Bornheim-Weil

    guten morgen sabine,
    das von dir beschriebene problem kenne ich zu genüge. ich bin ein absoluter hühnersuppen-fan, auch ohne erkältung.
    ich mache aus dem hühnerfleisch ein mousse für brotaufstriche verschiedenster geschmacksrichtungen. jetzt kommt dein geflügelsalat dazu. ich habe immer nach einem guten rezept gesucht. danke dafür. deins hört sich sehr gut an. vor allem leicht. ich wünsch dir einen schönen sonnigen tag glg elfi

  2. Pingback: Resteverwertung Hühnerbrühe 2: Jambalaya mit Huhn und Chorizo – Schmeckt nach mehr

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