Remoulade ohne Ei

Wenn die Gäste fragen, ob sie etwas von den Resten mitnehmen können – dann ist das doch ein echtes Kompliment, oder? Bei unserem Osterfrühstück mit den nettesten Nachbarn der Welt war es die Remoulade, die solche Begehrlichkeiten auslöste. Auf die Frage nach dem Rezept konnte ich allerdings erst einmal nur die Schultern zucken. „Improvisiert nach Vorratslage.“

Löffel mit Remoulade

Aber dann dachte ich: Vielleicht schreibe ich doch kurz auf, was ich zusammengerührt habe, denn im Grunde mache ich Remoulade immer so oder so ähnlich. Nicht nur zu Ostern, aber gerade dann. Denn wie sonst als mit dieser klassischen Sauce auf Mayonnaisen-Basis kann man hart gekochte Eier essen? (Und jetzt kommt mir nicht mit Salz!) Eibrote mit Remoulade sind definitiv eine der besten Sachen an Ostern. Neben Blätterkrokant. Und dem Bemalen von ausgeblasenen Eiern.

Die ausgeblasenen Eier muss ich allerdings mit anderen Gerichten produzieren, denn meine Remoulade ist, anders als das klassische Rezept, schon lange eifrei. Dass ich Mayonnaise nicht auf Ei-, sondern auf Milchbasis zubereite, habe ich schon einmal berichtet. Die Methode ist einfach superpraktisch: Mit dem Pürierstab dauert die ganze Aktion kaum eine Minute, und die fertige Mayonnaise (oder Remoulade) hält sich im Kühlschrank eine ganze Weile – jedenfalls deutlich länger, als ich einer Version mit rohem Ei über den Weg trauen würde.

Diese Remoulade herzustellen dauert nur deshalb ein bisschen länger, weil noch ein paar Kräuter und andere Würzzutaten gehackt sein wollen. Diesmal habe ich spontan auch etwas Zitronenschale in die Mischung gegeben. Eine gute Idee, weil sie die Sauce schön frisch schmecken lässt. Und was sucht der Schmand darin? Ähm, ehrlich gesagt: Der musste weg. Aber hey: Auch mit unorthodoxem Schmand hat die Remoulade echte Liebhaber gefunden, insofern würde ich glatt überlegen, das nächste Mal wieder welchen reinzugeben.

Remoulade ohne Ei
Quelle: 
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
 
Zutaten
  • 50 ml Milch
  • 2 TL mittelscharfer Senf
  • 150 ml neutrales Pflanzenöl
  • 1 kleine Frühlingszwiebel oder ½ Schalotte (bei mir: die grünen Triebe einer Speisezwiebel)
  • 1 EL Kapern (in Lake, aus dem Glas)
  • 1 kleine Gewürzgurke (bei mir: ½ große)
  • 1 TL getrockneter Estragon (noch besser: 1–2 Stängel frischer)
  • ½ Bund Dill
  • ½ Bund Petersilie
  • abgeriebene Schale von ½ Bio-Zitrone
  • 100 g Schmand
  • Salz | schwarzer Pfeffer
Anleitung
  1. Die Milch in einen hohen Rührbecher geben und mit 1 Teelöffel Senf verrühren. Das Öl daraufgießen. Den Pürierstab in den Rührbecher stellen, anschalten, langsam hochziehen und ein paar Male auf und ab bewegen, bis sich eine steife Mayonnaise gebildet hat.
  2. Die Frühlingszwiebel putzen, waschen und fein würfeln bzw. die Schalotte schälen und fein würfeln. Kapern und Gewürzgurke fein hacken. Den getrockneten Estragon zwischen den Handflächen verreiben und zur Mayonnaise geben. Frischen Estragon, Dillspitzen und Petersilienblättchen von den Stängeln zupfen und fein hacken.
  3. Alle vorbereiteten Zutaten zusammen mit dem übrigen Teelöffel Senf, der abgeriebenen Zitronenschale und dem Schmand unter die Mayonnaise rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Die Remoulade hält sich 4–7 Tage im Kühlschrank.

Diesmal ist es mir übrigens zum ersten Mal passiert, dass die Mayonnaise beim ersten Versuch nicht gleich steif wurde. Vielleicht lag es daran, dass der Temperaturunterschied zwischen Milch und Öl zu groß war (obwohl ich die Milch immer aus dem Kühlschrank nehme und das Öl immer zimmerwarm ist). Oder ich habe das Öl zu hektisch in den Rührbecher gekippt, sodass es sich doch schon zu sehr mit der Milch gemischt hat. Oder es lag an der Mondphase oder bösen Wintergeistern … wer weiß.

Ich will damit auch nur sagen: Das kann passieren. Und was dann? Einfach von vorne anfangen. Noch einmal 50 ml Milch mit Senf verrühren, den Pürierstab hineinstellen, anschalten und die flüssige Milch-Öl-Mischung vom ersten Versuch bei laufendem Motor erst ganz langsam, dann schneller zugießen. Bis die Mischung fest wird. Und diesmal klappt’s bestimmt. Quod erat demonstrandum.

Eibrot mit Remoulade

Und wie esst ihr hart gekochte Ostereier am liebsten?

12 Gedanken zu “Remoulade ohne Ei

  1. nata

    Ha! Genau meine Prioritäten an Ostern, Eierbrötchen mit Remoulade und Blätterkrokant. Eier auspusten muss meinetwegen nicht sein, aber ansonsten bin ich da völlig auf Linie. Auch die eifreie Remoulade hat hat bei mir inzwischen Einzug gehalten, und zwar ziemlich genau so und natürlich ohne Mengenvorgaben. Man nimmt einfach, was da ist und gut schmeckt. Als echte Geschmacksbooster haben sich bei mir zwei Sachen erwiesen: Knoblauch oder (sauer eingelegte) Silberzwiebelchen gleich mit in den Mixstab laufen lassen.

  2. die Nachbarin

    Ich durfte die Remoulade probieren und bin nun so glücklich, dass es ein veröffentlichtes Rezept gibt! Vielen Dank! Ostern findet ab sofort immer nur mit dieser Remoulade statt.

  3. Claudia

    Haben dein Rezept letztes Wochenende getestet. Es war super lecker und meine Familie war total begeistert. Danke das du es dir aufgeschrieben hast.

    Liebe Grüße Claudia

  4. Sabrina

    Liebe Sabine,

    ein wirklich tolles Rezept mit einer punktgenauen Anleitung! Ich werde mir am Wochenende direkt die Zutaten holen und es selbst ausprobieren. Ich bin schon sehr gespannt auf den Geschmack ohne die Eier!

    Liebe Grüße
    Sabrina

  5. Foodfreak

    Eifreie Mayo / Remoulade klingt superklasse. Muss ich unbedingt ausprobieren. (Das ist dann auch die richtige Basis für ein Ranch Dressing, ha). Danke für die Anleitung!

  6. Kristin Kaiser

    Also die Remoulade aus dem Kühlschrank werde ich sicher nachmachen, dieses Rezept überzeugt mich total ! Super Rezept, Danke Sabine, Feedback folgt ;)
    LG Kristin

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