Ofenfenchel mit Orangen-Oliven-Gremolata

EsistnochnichtHerbstesistnochnichtHerbst! Geht mir weg mit Kürbis. Dem verweigere ich mich noch mindestens zwei Wochen lang. Jawoll. Denn hat man erst mal den ersten orange leuchtenden Ball in die Küche gelassen, nimmt das bis März kein Ende mehr mit Kürbisgerichten. Im Moment versuche ich noch, einen Zipfel Sommer zu erhaschen und das letzte Sommergemüse zu würdigen.

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Fenchel zum Beispiel. Der ist nämlich bisher bei mir deutlich zu kurz gekommen angesichts all der anderen Gemüsesorten, die in den kurzen Sommermonaten gleichzeitig um Aufmerksamkeit konkurrierten. Dabei gehört Fenchel zu meinen absoluten Lieblingen! Ich habe also noch einmal ein paar (zugegeben, nicht mehr ganz taufrische) heimische Exemplare ergattert und ihnen im Backofen etwas aromakonzentrierende Hitze gegönnt.

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Dazu sind noch einmal meine eingesalzenen Orangenschalen in einer Art Gremolata zum Einsatz gekommen. Fenchel und Orangen sind ja ohnehin eine klassische Kombination, und ich liebe dünn aufgeschnittenen rohen Fenchel mit einer Orangenvinaigrette. Dadurch, dass ich hier allerdings die Orangenschalen verwendet habe, bekam ich das intensive, etwas herbe Orangenaroma ohne die Süße des Safts ‒ der Fenchel wurde ja ohnehin durchs Backen süßer.

Wer keine eingesalzenen Orangenschalen hat (wie, ihr habt noch keine? Die Anleitung habe ich doch schon vor einer Woche gebloggt!?), nimmt übrigens frische Orangenzesten; das dürfte genauso fein schmecken.

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Ich habe die herbe Richtung der Gremolata dann mit schwarzen Oliven noch etwas ausgebaut, und zwar mit richtig getrockneten, eingelegten Oliven, nicht den noch etwas fruchtigeren schwarzen Kalamata, die ich sonst gerne esse. Diese Gremolata hat mir richig gut geschmeckt! Die mache ich bestimmt wieder.

Zum Gemüse gab es Polenta, in die ich zum Schluss Ziegenfrischkäse eingerührt habe. Hmm, sehr lecker! Ich habe Schnellkochpolenta verwendet (auf den Packungen steht auch Instantpolenta oder sogar einfach nur Polenta ‒ wenn die Sache allerdings laut Packungsanweisung in um die 10 Minuten fertig ist, handelt es sich in jedem Fall um vorgegarten Maisgrieß) und mich an die angegebene Flüssigkeitsmenge gehalten. (Sogar noch mithilfe der Freundin, mit der ich gerade telefonierte, den Dreisatz bemüht.) Beim nächsten Mal würde ich mehr Wasser nehmen, um eine wirklich cremige Polenta zu erhalten.

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Ofenfenchel mit Orangen-Oliven-Gremolata
Quelle: 
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
Portionen: 4
 
Zutaten
Für den Ofenfenchel:
  • 1 kg Fenchel
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz
Für die Gremolata:
  • 1 Bio-Orange (oder eingesalzene Orangenschalen von ½ Bio-Orange)
  • 70 g schwarze Oliven
  • 5 Stängel Petersilie
  • 2 TL Fenchelsamen (falls zur Hand; sonst einfach weglassen)
Anleitung
  1. Den Fenchel waschen. Holzige Stielansätze und den Strunkansatz abschneiden. Das Fenchelgrün aufbewahren, sofern es noch nicht braun ist. Den Fenchel (ja, mit kegelförmigem Strunk, der ist in der Regel nicht so holzig) in dünne Scheiben schneiden ‒ längs, quer, schräg ist ziemlich egal.
  2. Die Fenchelscheiben in einer Schüssel mit dem Olivenöl und Salz mischen, auf einem Backblech verteilen und bei 200 °C (Ober-/Unterhitze) auf der mittleren Schiene 30 Min. backen, bis der Fenchel weich ist und erste bräunliche Ränder bekommt. (Auf das Backofenvorheizen kann man hier übrigens gut verzichten.)
  3. Für die Gremolata die Bio-Orange heiß abwaschen und trocknen. Die Schale mit einem Zestenreißer oder einem Sparschäler dünn abschälen und fein hacken.
  4. Die Oliven entsteinen und hacken. Die Petersilienblättchen von den Stängeln zupfen und mit dem Fenchelgrün fein hacken. Die Fenchelsamen grob mörsern und mit den übrigen vorbereiteten Zutaten mischen.
  5. Die Gremolata bei Tisch über den gebackenen Fenchel streuen.
Anmerkungen
Dazu passt Ziegenkäse-Polenta: Dazu 150 g Polenta nach Packungsanweisung (ggf. mit mehr Wasser) zubereiten und zum Schluss 125 g Ziegenfrischkäse unterrühren.

 

7 Gedanken zu “Ofenfenchel mit Orangen-Oliven-Gremolata

  1. Sünje

    Nun ja, beim Dreisatz war ich zwar bloß als „Ja, genau, müsste stimmen“-Statistin dabei. Habe jetzt aber große Lust auf Fenchel bekommen. Allerdings machen wir jetzt eine Woche Familienurlaub, und speziell meinem Vater darf man mit diesem Gemüse nicht kommen („Schmeckt nach Hustenbonbon.“). Tja. Danach dann, wenn’s noch welchen gibt!

      1. Sünje

        Das hat schon damals nicht geklappt, als Thorstens Mutter ihren Kindern die Kohlrabistäbchen als „Spanische Pommes Frites“ anpries. Wurde gleich durchschaut. Allerdings wunderte sich Thorsten über den Aufwand doch, denn er mochte Kohlrabi ganz gern …

  2. Ulrike

    Mhhhmm das hört sich sehr lecker an … ich gehe kommende Woche sofort auf die Suche nach Fenchel. Bei Vorstandssitzungen käme das bestimmt gut an.
    Und dann kann der Kürbis kommen, der lacht mich auf dem Markt auch schon an.

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Damit acht oder neun Personen davon satt werden können, brauchst Du dann allerdings wohl ein zweites Blech und Umluft. Mein Blech war schon ziemlich voll mit Fenchel, und die Menge hat gerade für vier gereicht. Trotzdem: Viel Spaß beim Ausprobieren!

  3. Pingback: Ossobuchi con finocchio e risotto ticinese | zum fressn gern.

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