Einmal gemischtes Gehacktes, bitte! Chopped Salad

Es gibt Zuwachs in unserer Küche: Mein Lieblingskochmesser hat vor Kurzem einen kleinen großen Bruder bekommen.

Zwei Kochmesser

Und ich fürchte fast, damit muss es den Platz des Lieblings- und Standardkochmessers nun abtreten. Dabei hat mir mein Kleines runde zwanzig Jahre lang fast täglich treue Dienste geleistet. Nicht nur in der eigenen Küche, nein: auch in so manchem Urlaub hatte ich es im Gepäck, weil nämlich in Ferienwohnungen und -häusern die Messer in der Regel so aussehen:

Messer in FerienwohnungMesser in Ferienwohnung

(Was machen die Leute damit? Nägel einschlagen? Darts spielen? Bäume fällen?)

Alle paar Jahre wurde mein Kochmesser zur Verjüngungskur geschickt: zum Messerschleifer des Vertrauens nämlich. Tja, und die Klinge – von Anfang an nicht die längste – wurde jedes Mal ein klitzekleines bisschen kürzer und schmaler, bis … bis sie auch mir zuletzt mit knapp über 15 Zentimetern deutlich zu klein wurde. Wenn man keine Möhre mehr unter die Klinge bekommt, ohne die Messerspitze vom Brett zu heben, wird das Schneiden mühsam.

Es wurde also Zeit für ein neues Schneidwerkzeug und damit für einen Gang zum Messerladen des Vertrauens (ja, identisch mit der Schleiferei des Vertrauens). Was ich von dort mit nach Hause brachte, war wiederum ein Messer von F. Dick – dieselbe Familie also. Aber das neue hat eine Klingenlänge von satten 21 Zentimetern, und natürlich ist es im Moment saumäßig scharf. Eine echte Freude!

Schneidebrett mit Messer und Salat

Erwähnte ich schon, dass Schneiden meine liebste Küchenbeschäftigung ist? Am anderen Ende der Beliebtheitsskala liegt übrigens Salatputzen. Wie passend, dass ich gerade eine Methode gefunden habe, den Spaßfaktor beim Salatmachen zu erhöhen. Das Stichwort lautet Chopped Salat. (Ja, ich weiß, immer diese englischen Begriffe. Natürlich könnte man auch „Hacksalat“ sagen, aber das finde ich eher … missverständlich. Und nicht ganz so appetitlich.)

Was das ist? Na ja, gehackter Salat eben. Klingt wenig spektakulär, gewinnt dem Salatthema aber völlig neue Seiten ab. Hier merkt man mal wieder, dass Textur eben doch eine wichtige (und bei uns noch arg unterschätzte) kulinarische Kategorie ist! Es macht für Zunge und Gaumen nämlich einen deutlichen Unterschied, ob sie Salatblätter und Gemüse als „mundgerechte Stücke“ oder als klein gehackte Mischung wahrnehmen. Im ersten Fall kommt der Geschmack der einzelnen Komponenten getrennt zur Geltung, im zweiten vermischt sich alles zu einem Gesamteindruck. Auch das Dressing verteilt sich im gehackten Salat homogener.

Das macht den Chopped Salad weder besser noch schlechter als einen konventionellen Salat – er ist einfach anders. Ich experimentiere im Moment gerne damit herum (und nicht nur wegen des neuen Messers) und kann euch nur empfehlen, es auch mal auszuprobieren.

Ein Rezept braucht es dazu nicht: Verwendet einfach Blattsalat (eine Sorte oder eine Mischung; ich nehme gerne auch ein paar Blätter von einer bitteren Sorte wie Chicoree oder Radicchio); dazu vielleicht ein bisschen Gemüse, das auch gehackt einen gewissen Crunch behält (Möhren, Fenchel, Staudensellerie); gerne etwas Zwiebel oder Frühlingszwiebel und Kräuter. Das alles wird gehackt, und zwar feiner als auf dem Foto oben – in etwa rosinengroße Stückchen, aber das ist irgendwie auch Geschmackssache. Als Dressing verwende ich eine einfache Vinaigrette.

Chopped Salad italienisch

Nicht hübsch, das Foto – entschuldigt! Aber so könnte der fertige Salat aussehen. Hier war er italienisch angehaucht, mit gehackten Antipasti. Die ganzen Kapernäpfel als Deko sind übrigens keine so gute Idee: Sie dominieren geschmacklich sehr, wenn man sie im Mund hat.

Das Ganze sollte nach dem Hacken und Mischen zügig gegessen werden, denn diese Art von Salat verliert naturgemäß durch die große Oberfläche schnell viel Wasser und Aroma. Und noch ein Tipp: Chopped Salad ist eine ziemlich dichte Angelegenheit. Ein Schälchen davon enthält viel mehr Masse als eins mit ein paar lockeren Salatblättern. Will sagen: Das macht schneller satt, als man so denkt. Insofern spart man vielleicht die Zeit, die man zum Hacken braucht, beim Essen wieder ein. (Na ja, nicht wirklich.)

Wie ist das bei euch – seid ihr dem Phänomen Chopped Salad schon mal begegnet? Und habt ihr auch ein Lieblingsmesser?

7 Gedanken zu “Einmal gemischtes Gehacktes, bitte! Chopped Salad

  1. Anna C.

    Oh ja, vor Jahren bei Jamie Oliver, in einem Buch das ich mittlerweile verschenkt habe. Die Salatvariante hab ich mir aber gemerkt, und wenn ich keinen Blättle- Salat kriege wende ich die gerne an. Allerdings weit weniger fein als du…..

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Ah, spannend! Ich glaube, die Gehäckselgröße ist bei mir daraus entstanden, dass ich meinen ersten Chopped Salad in einem Restaurant gegessen habe, und da war er ziemlich fein gehackt. Aber bestimmt ist es aufschlussreich, mal mit unterschiedlichen Hackgraden zu spielen …

  2. FEL!X

    Messer in fremden Küchen? Du sprichst mir aus der Seele! Ich nehme jeweils sogar die Kochpinzette mit…
    Gehackter Salat – wie interessant! Bestimmt werden mir die krausen Blätter des hier allgegenwärtigen (und nicht sehr geliebten) «frilly lettuce» gehackt endlich schmecken. Und wenn dabei auch noch ein paar gehackte Nüsse oder Kerne mitspielen, braucht man diese nicht wie bei Blattsalat erst zum Schluss aus der Schüssel zu löffeln!
    Ungewohnt, Salat zu hacken. Etwa so, wie mein gestampfter Kartoffelsalat (köstlich!)?
    Mit besten Grüssen aus Fernost,
    FEL!X

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Ich sehe schon: als Pinzettenmitnehmer bist Du noch eine Stufe organisierter als ich! Gestampften Kartoffelsalat stelle ich mir auch gut vor. Wie gesagt, Textur ist eine echt unterschätzte Kategorie!

  3. Ulrike

    Da hatte ich neulich noch Rucola über – dein Hacksalat fiel mir ein und ich hackte los. Ich habe die Rauke nicht zu fein gehackt und den Salat mit einer Vinaigrette angemacht, noch Möhren und eingelegte getrocknete Tomaten dazu – hat richtig gut geschmeckt.
    Danke für die Anregung. Ulrike

  4. Claudia

    Hört und schaut gut aus! Werde ich die Tage auf jedenfall mal ausprobieren. Übrigens eine nette Geschichte mit den Messern. ;) Ich sollte auch mal mein eigenes Messer mitnehmen.

    Liebe Grüße Claudia

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