Brotaufstrich des Monats Mai: Salzzitronen-Oliven-Creme

Vor zehn Jahren war ich zum ersten (und bisher einzigen) Mal in Marokko, im Frühling – ziemlich genau um diese Zeit herum. Damals lernte ich in Marrakesch das klassische Hühnchengericht mit Salzzitronen und grünen Oliven aus der Tajine, dem marokkanischen Schmortopf, kennen und lieben. Die Kombination von Salzzitronen, Oliven und Gewürzen weckt seitdem Erinnerungen an diesen Urlaub: an Moscheen (in Marokko leider nur von außen zu besichtigen) und das strahlende Blau im Jardin Majorelle, an kahle Berge mit den unglaublichsten Gesteinsfarben und (gerade eben) blühende Rosen im Tal, an Couscous, frisch gepresste Säfte und den Rauch der Holzfeuer auf Marrakeschs zentralem Platz, der Djamaa al-Fna, der sich abends in ein kulinarisches Wunderland verwandelt.

Salzzitronen-Oliven-Creme und Salzzitronen im Glas

Bis Salzzitronen in meinen veganen Brotaufstrichen des Monats auftauchen würden, war nur eine Frage der Zeit. Die Kombination mit Oliven lag ebenfalls auf der Hand. War also nur die Frage eines geeigneten „Trägerstoffes“. und den habe ich jetzt in eingeweichten Cashewnüssen gefunden: Sie ergeben eine wirklich schöne, fest-cremige Konsistenz, halten sich geschmacklich zurück und eignen sich deshalb perfekt für Aufstrichzwecke.

Das Ergebnis ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe: Wer noch intensiveres Salzzitronenaroma möchte, könnte sogar noch ein weiteres Salzzitronenviertel mitpürieren. Mir hat es so richtig gut gefallen – die Oliven steuern ja auch noch eine frisch-säuerliche Note bei. Man könnte übrigens die Konsistenz problemlos durch Zugabe von etwas mehr Wasser mehr in Richtung Dip verändern und die Creme mit Fladenbrot als Vorspeise zu einem marrokanischen Menü servieren.

Auch dieser Brotaufstrich darf wieder beim Tierfreitag mitmachen, denn er ist tatsächlich von den Zutaten her tierfrei (anders als die Erinnerungen, die er auslöst):
tierfreitag

 

Salzzitronen-Oliven-Creme
Quelle: 
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
 
Zutaten
  • 100 g Cashewkerne
  • 2 Salzzitronen-Viertel
  • schwarzer Pfeffer
  • 2 TL gemahlener Koriander
  • 1 Prise gemahlener Cumin (Kreuzkümmel)
  • 10 grüne Oliven
Anleitung
  1. Am Vorabend die Cashewkerne in einer Schüssel mit kaltem Wasser übergießen und über Nacht einweichen.
  2. Am nächsten Tag das Wasser von den Cashewkernen abgießen. Die Salzzitronenviertel grob zerschneiden und mit den Cashewkernen in einem hohen Rührbecher mit dem Pürierstab glatt pürieren, dabei je nach gewünschter Konsistenz 2–3 EL Wasser zugeben. Die Creme mit Pfeffer (Salz dürfte nicht nötig sein), Koriander und Cumin würzen.
  3. Die grünen Oliven, falls nötig, entsteinen und das Fruchfleisch grob hacken. Die Oliven unter den Aufstrich heben.
  4. Auch diesem Aufstrich tut es gut, wenn er eine Nacht im Kühlschrank durchziehen darf.
Anmerkungen
Das Rezept ergibt eine eher kleine Portion (ca. 200 g), lässt sich aber problemlos verdoppeln.

11 Gedanken zu “Brotaufstrich des Monats Mai: Salzzitronen-Oliven-Creme

  1. Eva

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie köstlich dieser Aufstrich schmeckt – mist, ich habe meinen Salzzitronenvorrat noch immer nicht aufgefüllt. Muss ich wohl jetzt schleunigst mal tun. :-)
    Schönes Wochenende!

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Denn man los! ;-) Falls Du aber keine zwei oder drei Monate mehr abwarten kannst, kann ich gerne nachschauen, ob ich noch ein Glas im Vorrat habe (sobald ich wieder zu Hause bin)! Sag Bescheid.

  2. Julia

    Jetzt weiß ich endlich, was ich mal mit den marokkanischen Salzzitronen anstellen kann :) Also Brot- bzw. Abendbrot-Liebhaberin suche ich immer neue Aufstriche. Der hier klingt perfekt für das „German Abendbrot“ :)

  3. Sabine Schlimm Artikel Autor

    Na, Aufstriche findest Du bei mir inzwischen ja einige. Aber ich bin auch der Meinung, man kann nie genügend haben – auch wenn ich selbst gar nicht so viel Abendbrot esse. Bei mir kommen die Aufstriche eher beim Frühstück zum Einsatz.

  4. Barbara

    Spätzünder, ich! Ich hab‘ den Aufstrich heute gemacht, weil wir morgen zum Frühstück wieder mal meine vegetarisch essende Mama erwarten. Mir schmeckt er suuuuper – sehr intensiv, aber richtig gut, und die Konsistenz ist auch perfekt. Aber ob meine Mama gleich nach dem Aufstehen auf so was Wildes abfährt? Hmmmmm. Ich hab‘ sicherheitshalber mal noch einen zahmeren mit getrockneten Tomaten gemacht. ;) Danke für das schöne, ausgefallene Rezept!

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