Brotaufstrich des Monats März: Die doppelte Petersilie

Das gab’s noch nie: einen Brotaufstrich des Monats, den ich schon am letzten Tag des Vormonats vorstelle. Nein, ich bin nicht auf einmal zur überorganisierten Blogstreberin geworden ‒ aber heute ist doch Freitag! Tierfreitag nämlich.
tierfreitag

Den hat Katharina Seiser auf esskultur.at ins Leben gerufen: eine sich langsam füllende Schatzkiste mit Rezepten und Gedanken zu rein pflanzlichem Genuss, aber auch mit Berichten über Projekte mit vorbildlicher Nutztierhaltung. Das alles ist als Anregung gedacht. Als Appetitanregung natürlich, aber auch als kleiner Anstoß, Fleisch, Eier und Milchprodukte noch bewusster zu genießen.

Das deckt sich an vielen Stellen mit den Überlegungen, die zu meiner monatlichen Serie mit veganen Brotaufstrichen geführt haben ‒ nachzulesen hier. Deshalb werfe ich nun meinen aktuellen Brotaufstrich des Monats in Katharinas Pflanzenrezept-Schatzkiste. Im März vollführt der gewissermaßen einen Spagat. Denn sobald es frühlingshaft wird, steigt die Lust auf knackiges Gemüse, auf Grün, auf Frisches. Aber das lässt noch auf sich warten: Das saisonale Gemüseangebot speist uns mit denselben ollen Rüben, Knollen, Wurzeln und Kohlgemüsen ab, auf denen wir jetzt schon monatelang herumkauen. Den Frischejieper können wir höchstens durch die ersten Kräuter befriedigen.

Petersilienaufstrich

Petersilienaufstrich auf Vogelteller

Dieser Aufstrich schafft den Spagat zwischen Wintergemüse und zunehmendem Grünbedürfnis, indem er kurzerhand Petersilie in zweierlei Form kombiniert: genau, als Wurzel und als Kraut. Das passt erwartungsgemäß wunderbar, und den nussigen Kontrast steuern Haselnüsse bei. Ich finde die Kombination übrigens am besten auf Vollkornbrot, aber fürs Foto war das … eine farbliche Herausforderung. Und auf Toast schmeckt mein doppeltes Peterle auch.

Am Geschirrkitsch merkt ihr schon, dass mich die Frühlingsstimmung leicht übermütig macht. Ich weiß, ich weiß: Eigentlich soll das Essen im Vordergrund stehen. Aber hey: Vöglein, blauer Himmel, grüne Blätter ‒ darauf haben wir lange genug gewartet, oder?

Doppelpetersilienaufstrich
Quelle: 
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
 
Zutaten
  • 400 g Petersilienwurzeln
  • 70 g Haselnusskerne
  • 1 EL Haselnussöl (ersatzweise neutrales Pflanzenöl oder einfach weglassen)
  • 1 TL Misopaste (bei mir: Genmai-Miso)
  • Salz, Pfeffer
  • 4 Stängel Petersilie
Anleitung
  1. Die Petersilienwurzeln schälen, putzen, in grobe Stücke schneiden und in einem Topf mit Dämpfeinsatz über kochendem Wasser in 10 bis 12 Minuten weich kochen.
  2. Die Haselnüsse auf ein Blech legen und unter dem Backofengrill ca. 5 Minuten rösten, bis sie duften und sich die Haut blättrig ablöst. Dabei die Nüsse unbedingt laufend beobachten und zwischendurch durchrütteln ‒ sie werden sehr leicht schwarz! Die gerösteten Nüsse in ein Küchentuch geben und mit dem Tuch, so gut es geht, die Haut abreiben.
  3. Petersilienwurzelstücke und Haselnüsse mit Öl und Misopaste mit dem Pürierstab oder im Mixer zu einer cremigen Paste verarbeiten. Den Aufstrich mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Die Petersilienblättchen abzupfen, fein hacken und unter den Aufstrich rühren. Den Aufstrich vor dem Servieren möglichst ein paar Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.
Anmerkungen
Das Rezept ergibt genügend Aufstrich für ein Schraubdeckelglas mit 300 ml Fassungsvermögen.
Das Öl habe ich in dem Gefühl hinzugefügt, dass der Aufstrich noch nicht cremig genug war. Wirklich nötig ist es nicht.
Die Misopaste dagegen tut (obwohl so gering dosiert, dass sie nicht durchschmeckt) wahre Wunder für den vollen Geschmack der Paste. Ich würde sie nicht weglassen.

10 Gedanken zu “Brotaufstrich des Monats März: Die doppelte Petersilie

  1. Eva

    Hey, das klingt richtig lecker. Wie blöd, dass ich gerade nicht zu Hause bin und es für das Treffen morgen nachbasteln kann. Egal. Werde ich probieren, sobald ich wieder im Lande bin!
    Schönes Wochenende! :-)

  2. multikulinaria

    Mjam, das werde ich so ähnlich bestimmt nachmachen. Da kein Asialaden greifbar ist, die Petersilienwurzel aber schon im Gemüsefach weilt, könnte ich gut einen Tipp gebrauchen, was alternativ für Miso-Paste (muss nicht vegan sein) auch funktionieren könnte…

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Misopaste gibt es übrigens auch in Bioläden; da kaufe ich sie immer. So richtig ersetzen lässt sie sich nicht. Ihr Sinn ist ja, eine gehörige Portion Umami beizusteuern. Ähnlich unaufdringlich machen das noch Hefeflocken, falls Du die da hast. Alle anderen üblichen Umami-Verdächtigen (getrocknete Tomaten, Pilze, Parmesan etc.) würden der Paste eine ganz andere geschmackliche Richtung geben. Da würde ich dann stattdessen eher noch einen Esslöffel Crème fraîche reintun. Das ist zwar nicht umami, aber leicht säuerlich mit hohem Fettgehalt, was ja auch oft so einen Mehr-davon-Effekt hervorruft. Ich bin gespannt, was Deine Experimente ergeben!

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Freut mich, dass es Dir gefällt! Aber nicht alle gekauften Aufstriche sind fettlastig: die auf Basis von Sonnenblumenkernen etc. natürlich schon, aber es gibt ja auch durchaus welche auf Basis von Hülsenfrüchten.

  3. Annika

    Hallo, ich bin gerade auf dieses Rezept gestoßen und würde das gerne im Schraubglas verschenken. Kannst du was zur Haltbarkeit sagen? Danke und liebe Grüße!

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